Am Dienstag den 31.03.2026 setzten insgesamt etwa 300 Menschen in der Lübecker Innenstadt gemeinsam ein kraftvolles Zeichen für Sichtbarkeit und die Rechte von trans* Personen. Anlässlich des internationalen Trans Day of Visibility (TDOV)* versammelte sich zunächst 250 Menschen bei wechselhaftem Frühlingswetter für die Auftaktkundgebung am Holstentorplatz. Die Demonstration verlief durch die Innenstadt, vorbei am Mahnmal für die verfolgten und ermordeten queeren Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus, bis zum Abschlusskundgebung vor dem Rathaus in einer Atmosphäre großer Solidarität.

Ein Tag voller Mut und Klarheit

Die Teilnehmenden machten in Redebeiträgen deutlich, dass die aktuelle gesellschaftliche Stimmung und der politische Rechtsruck vielen trans* Menschen und ihren Verbündeten Sorgen bereiten. „WIR. HIER. QUEER.“, lautete die zentrale Botschaft für die Sichtbarkeit von trans* und nicht-binären Menschen in Lübeck. Die Veranstalter*innen ziehen eine positive Bilanz: „Die Versammlung verlief ohne Zwischenfälle, was den hohen Grad an Achtsamkeit innerhalb der Community unterstreicht. Wir freuen uns über den starken Rückhalt in der Zivilgesellschaft und die vielfältigen Redebeiträge.“, so Saskia Wulf von TRANS-SH Lübeck.

Engagement das ganze Jahr: Schutz und Antidiskriminierung

Auch wenn der 31. März als Aktionstag im Kalender steht, betont das Jugendnetzwerk lambda::nord e.V., dass die Arbeit für eine vielfältige Gesellschaft eine Daueraufgabe ist. Die Demonstration war nur ein sichtbarer Teil eines großen Netzwerks, das das gesamte Jahr über in Lübeck und Schleswig-Holstein aktiv ist. Die beteiligten Organisationen setzen sich täglich für Kinder- und Jugendschutz, der Beratung zum Selbstbestimmungsgesetz, Gewaltschutz sowie Antidiskriminierung ein:

Mit trans sh steht eine kompetente Anlaufstelle zur Verfügung, die trans* und nicht-binäre Personen in ganz Schleswig-Holstein mit Rat und Tat unabhängig vom Alter und auch vor dem Coming-Out zur Seite steht. Die Informations- und Beratungsstelle NaSowas und das queere Kinder- und Jugendzentrum von lambda::nord bietet jungen Menschen und Angehörigen sowohl spezialisierte Beratung als auch sichere und stärkende Räume. Das Autonome Frauenhaus Lübeck betonte zum Auftakt, dass die Istanbul Konvention für alle Frauen gilt und alle Menschen ein Recht auf Schutz vor häuslicher Gewalt haben. Auch Fridays for Future Lübeck und Psychologists for Future Lübeck setzten zum TDOV ein Zeichen und unterstützten die Veranstaltung. Der Lübecker CSD Verein zeichnet sich als engagierter Organisator kultureller und politischer Veranstaltungen aus, welche die Sichtbarkeit der Community in der Region nachhaltig stärken. Das Motto der Lübeck Pride Demonstration am 15. August steht auch bereits fest: „#unverhandelbar“ – z.B. wie die rechte von trans* Personen, denn diese sind Menschenrechte. Und auch der Verein für ein queeres Zentrum in Lübeck setzt sich leidenschaftlich dafür ein, die Schaffung verstetigter Strukturen sowie zentraler Begegnungsräume in Lübeck voranzutreiben – hier gibt es noch eine Versorgungslücke.

„Die Demo hat gezeigt, wie groß der Rückhalt in der Stadt ist. Doch Sichtbarkeit allein reicht nicht aus – es braucht die tägliche Arbeit in den Beratungsstellen, Schulen und Vereinen sowie eine Menge ehrenamtliches Engagement, um echte Sicherheit für queere Menschen zu gewährleisten“, so die Veranstalter*innen. Ein besonderer Dank gilt daher den ehrenamtlichen Helfer*innen, dem Team des „SchickSaal“, das die Community im Anschluss an die Demo an einem eigentlich freien Tag mit warmer Suppe willkommen hieß. Die Landespolizei Schleswig-Holstein schult regelmäßig ihre Beamt*innen zum Thema und berücksichtigt den dgti-Ergänzungsausweis vorbildlich in ihren Handlungsanweisungen zum Umgang mit trans und intergeschlechtlichen Personen. So sorgten Ordnungsamt und die Polizei gut vorbereitet für die professionelle Absicherung.

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